Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Meeresfischzuchtanlage?
Eine Meeresfischzuchtanlage befasst sich mit der Aufzucht und Produktion von Speisefischen unter kontrollierten Bedingungen. In Völklingen-Fürstenhausen werden weltweit erstmalig in einer landbasierten Salzwasser-Kreislaufanlage Fischarten wie Dorade und Wolfsbarsch fernab von der Küste gezüchtet.
Warum kann eine solche Anlage ohne Zugang zum Meer errichtet werden?
Bei der Meeresfischzucht Völklingen (MFV) handelt es sich um eine geschlossene Salzwasser - Kreislaufanlage, bei der kein Wasser aus dem Meer bezogen wird. Anders als bei küstennahen offenen oder auch halboffenen Kreislaufanlagen entfällt der Meerwasserzugang und damit die Möglichkeit, frisches Meerwasser nachzupumpen.
Eine solche Anlage ist nur durch den Einsatz innovativster Technologie zur Wasseraufbereitung möglich. Solche Verfahren ermöglichen es inzwischen, den Wasserkreislauf nahezu vollständig zu schließen. Bei einer geschlossenen Kreislaufanlage dürfen per Definition täglich nur max. 10 % des Systemvolumens ausgetauscht werden, bei der MFV liegt dieser Wert bei unter 1 %.
Wie kommt das Meerwasser nach Völklingen?
Das Meerwasser wird künstlich hergestellt. Trinkwasser wird mit einer meerwasseridentischen Mischung an Mineralsalzen angereichert und in die Becken der Anlage eingelassen.
Warum wird die Anlage in Völklingen-Fürstenhausen errichtet?
Der Standort Völklingen-Fürstenhausen verfügt über die geeigneten Flächen und eine gute Infrastruktur mit hervorragenden Anbindungen an den Straßen- und Luftverkehr.
Die Märkte und die Endverbraucher sind von Völklingen aus über kurze Wege und damit in erstklassiger Qualität und Frische erreichbar.
Die Synergien mit der benachbarten Biogasanlage führen dazu, dass am Standort Völklingen umfassende Stoff-und Energiekreisläufe genutzt werden können.
Wer baut diese Anlage?
Die Meeresfischzucht Völklingen GmbH (MFV) baut diese Meeresfischzuchtanlage. Die MFV ist eine Tochtergesellschaft der Gewerbeansiedlungsgesellschaft (GAV) und gehört zum Konzern der Stadtwerke Völklingen Holding GmbH.
Welche Fischarten werden in der Meeresfischzuchtanlage produziert?
Nach heutiger Planung werden folgende Arten gezüchtet: Wolfsbarsch (Loup de mer), Dorade und Stör. Die Störe dienen neben der Fleischproduktion auch der Kaviargewinnung. Es besteht die Möglichkeit bis zu vier verschiedene Fischarten in dieser Anlage zu produzieren und damit flexibel auf die Marktsituation zu reagieren.
Wie werden die Fische in einer solchen Anlage gehalten?
Jede Fischart erhält einen auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Lebensraum. Die in der Fischzuchtanlage installierte Mess- und Regeltechnik ermöglicht die naturähnliche Einstellung der Wasserparameter, wie z.B. Temperatur, Salzgehalt, Lichtzyklus und Strömung. Jedes der vier Produktionsbecken ist in mehrere Abteile unterteilt, die jeweils für eine bestimmte Fischgröße vorgesehen sind.
Für wann ist die Inbetriebnahme geplant?
Der Baubeginn der Meeresfischzuchtanlage in Völklingen-Fürstenhausen erfolgte Ende April 2009. Die Inbetriebnahme und der Erstbesatz mit Jungfischen ist für Mitte 2011 vorgesehen.
Wann wird es die ersten Fische zu kaufen geben?
Die ersten in Fürstenhausen gezüchteten Fische werden Mitte 2012 zum Verzehr angeboten.
Mit welchem Investitionsvolumen ist das Projekt verbunden und wieviele Arbeitsplätze werden entstehen?
Das Investitionsvolumen dieses Projektes liegt bei ca. 13 Millionen Euro und es werden 7 bis 10 direkte Arbeitsplätze entstehen.
Warum baut man eine solche Anlage?
Die immer größer werdende Nachfrage bei steigenden Weltbevölkerungszahlen hat zur Überfischung der Weltmeere geführt. Aquakultur leistet weltweit einen steigenden Beitrag zur Bedarfsdeckung des wertvollen Lebensmittels "Fisch". Die Aquakultur verzeichnet daher jährliche Wachstumsraten von weltweit 9 %.
Der Ausbau der "klassischen" Aquakultur stößt in vielen Fällen jedoch bereits an natürliche und ökologische Grenzen, so dass Experten ein großes Potential in der standortunabhängigen Kreislauftechnologie sehen. Erst die vollständig kontrollierbaren Bedingungen der Kreislauftechnologie ermöglichen ein nachhaltiges Management, die Minimierung von negativen Umwelteinflüssen, die Nutzung regenerativer Energieformen und den Aufbau von möglichst geschlossenen Stoffkreisläufen. Auch die vom Handel zunehmend geforderte Rückverfolgbarkeit der Produktion lässt sich problemlos sicherstellen.
Werden die Fische in Fürstenhausen vermehrt?
Nein, die Fische werden in Völklingen-Fürstenhausen nicht vermehrt, sondern sie werden als Setzlinge bezogen und in Fürstenhausen bis zur Marktgröße aufgezogen.
Wie werden die Tiere groß gezogen?
Die vier Produktionsbecken sind jeweils in unterschiedlich große Abteile unterteilt, die in Anzahl und Wasservolumen variiert werden können. Es werden immer die Fische einer Größe in diesen Abteilen zusammengefasst. Um dies zu gewährleisten, werden die Fische regelmäßig sortiert..
Wie viele Fische werden jährlich in dieser Anlage gezüchtet?
Die Meeresfischzucht Völklingen wird über vier voneinander unabhängige Produktionsbecken verfügen. Jedes Modul ist 30 Meter lang und 27 Meter breit mit ca. 1.500 m3 Beckenvolumen. Zusammen weisen sie eine Produktionskapazität von bis zu 500 Tonnen Fisch pro Jahr auf.
Wie umweltfreundlich ist die Meeresfischzucht in Völklingen-Fürstenhausen?
In Bezug auf den Wasserverbrauch:
Da es sich bei der Anlage um eine geschlossene Kreislaufanlage neuester Bauart handelt, lässt sich die Wasseraustauschrate auf ein Minimum reduzieren, sie liegt bei unter 1 % des Systemvolumens pro Tag.
In Bezug auf den Energieverbrauch:
Neben der Meeresfischzucht ist auf dem ehemaligen Gelände der Kokerei Fürstenhausen eine Biogasanlage geplant. Die Meeresfischzuchtanlage wird darüber mittelfristig zu 100 % mit Wärme und Strom versorgt werden können. Im Gegenzug kann die anfallende Fischgülle in der Biogasanlage verwertet werden, wodurch energetisch optimale Stoffkreisläufe entstehen.
Wie gelangt der Fisch auf den Teller?
In der Meeresfischzuchtanlage Völklingen werden die Fische ausschließlich "produziert".
Die Schlachtung erfolgt in einer noch zu bauenden Verarbeitungsanlage auf dem gleichen Gelände. Zu diesem Zweck werden die Fische den Zuchtmodulen schonend entnommen und betäubt. Im betäubten Zustand werden sie in die benachbarte Schlachtung überführt und dort im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften getötet. Danach erfolgt die kundenspezifische Weiterverarbeitung der Fische.
Müssen die Tiere leiden?
Nein, die Fische aus der Meeresfischzuchtanlage Völklingen werden betäubt und nicht mit einer Angel oder einem Netz aus den Becken entnommen. Hierzu werden Fischpumpen eingesetzt, so dass die Tiere keinen Schmerz durch Angelhaken, Netzdruck oder Trockenfallen erleben.



