Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Biogasanlage?
In einer Biogasanlage entsteht aus Bioabfall, Grüngut und/oder nachwachsenden Rohstoffen in einem Vergärungsprozess Biogas. Aus diesem Gas kann man Wärme und Strom erzeugen. Als Nebenprodukt entsteht hochwertiger Kompost, der als Dünger für Landwirtschaft und Gartenbau verwendet werden kann.

Wie entsteht Biogas?
Biogas wird durch anaerobe (ohne Sauerstoff lebende) Bakterien beim Abbau organischer Substanz unter Luftabschluss erzeugt. Mehrere verschiedene Bakterienstämme sind an der Biogasbildung beteiligt; der biologische Prozess ist relativ komplex und noch nicht in allen Einzelheiten bekannt.
Die einzelnen Bakterienstämme haben relativ enge optimale Temperaturzonen, welche über eine konstante Prozesstemperatur ständig aufrechterhalten werden sollte.
Man unterscheidet zwischen der Trocken- und Nassfermentation.
In Völklingen ist eine Trockenfermentation geplant. Sie arbeitet im thermophilen Bereich (ca. 55°C).

Wie kann das Biogas im Energiebereich genutzt werden?
Biogas wird im Allgemeinen über eine Kraft-Wärme-Kopplung (Blockheizkraftwerk = BHKW) zu elektrischer und thermischer Energie verwertet (Nutzungsgrad elektrisch ca. 35-39 %;
thermisch ca. 42-58 %).
Ca. 20-25 % der thermischen Energie wird für die Aufrechterhaltung der Prozesstemperatur im Fermenter benötigt. Der Rest kann an einen Wärmenutzer abgegeben werden oder in ein Fernwärmenetz eingespeist werden.

Das BHKW stellt über die Stromeinspeisung in das örtliche Stromnetz und die damit verbundene Vergütung (nach dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien; EEG) die Haupteinnahmequelle der Biogasanlage dar.

Wie wird aus Biogas Strom?
Für die Stromgewinnung aus Biogas stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.
Die gebräuchlichste Art der Stromproduktion besteht aus der Verbrennung des Biogases in einem Gas-Otto- oder Zündstrahlmotor, an den ein Generator zur Stromerzeugung gekoppelt ist.
Der so produzierte Strom wird überwiegend ins öffentliche Stromversorgungsnetz eingespeist und nach dem Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) vergütet.
Die Überschusswärme wird an die Fischzuchtanlage abgegeben oder in das Fernwärmenetz eingespeist.

Kommen von einer Biogasanlage unangenehme Gerüche?
Die modernen Produktionsverfahren garantieren eine geruchsneutrale Energieerzeugung.
Die Biogasanlage Völklingen-Fürstenhausen wird über eine hochentwickelte, moderne Technologie verfügen und wird gemäß den gesetzlichen Anforderungen errichtet. Durch eine erprobte Bauweise ist es möglich, das entstehende Biogas einerseits und die geruchshaltige Abluft andererseits vollständig zu erfassen. Weitere bauliche Einrichtungen werden vorhanden sein, die ein Ausbreiten geruchshaltiger Luft verhindern. So wird der geschlossene Anlagenbereich im Unterdruck gehalten. An der Entladehalle für die Lieferfahrzeuge sind spezielle Tore geplant, die sofort nach Einfahren des beladenen Fahrzeuges schließen. Die geruchsbeladene Abluft wird über einen Biofilter gereinigt.

Entsteht Lärm beim Betrieb einer solchen Anlage?
Bei dem Betrieb einer Biogasanlage entstehen Geräusche, z. B. an den Gasmotoren in den BHKW's (Blockheizkraftwerk). Die Maschinen von denen Geräusche ausgehen, sind eingehaust und stellen in sich geschlossene Module dar. Sie sind mit einer entsprechenden Schallschutzdämmung ausgestattet, die ein Nachaußendringen der Geräusche verhindert.

Warum benötigt man eine zweite Biogasanlage im Saarland?
Die Anlage im Saarland verarbeitet momentan jährlich ca. 13.000 t Bioabfall. Da ein Jahresaufkommen von bis zu 78.000 t Bioabfall für das Jahr 2011 prognostiziert wird und die Tendenz an Biomüll steigend ist, ist es unerlässlich eine weitere Biogasanlage im Saarland zu bauen. (Quelle: Ministerium für Umwelt, Abfallwirtschaftsplan, Teilplan Siedlungsabfälle)

Was passiert momentan mit ca. 32.000 t Bioabfall, der nicht in den saarländischen Anlagen verarbeitet werden kann?
Im Saarland wird anfallender Bioabfall in einer Biogas- oder Kompostierungsanlage zu Kompost verarbeitet. Die Kapazität der saarländischen Biogas- und Kompostierungsanlagen ist jedoch begrenzt. Die überschüssigen Bioabfälle müssen außerhalb des Saarlandes verwertet werden.
Das bedeutet:  
                     - keine Wertschöpfung im Land
                     - lange Transporte (Umweltbelastung/CO2)

Was sind im Vergleich zu herkömmlichen Energieerzeugungsanlagen Vorteile einer Biogasanlage?

- Die Erzeugung von Strom aus Biomasse ist CO2 neutral
- Biogene Energieträger können bei nachsichtiger Nutzung von der Natur selbst
   nachgebildet  werden

- Bei der Verbrennung des Biogases wird nicht mehr Treibhausgas freigesetzt, als die Pflanzen
   ursprünglich bei ihrem Wachstum aufgenommen und gespeichert haben.
- Biogasanlagen eignen sich als dezentrale Energieerzeugungsanlagen. Durch die Verwertung
   des Biogases in Motoren wird Strom und Wärme erzeugt.

Wie viel Energie wird in der Anlage in Völklingen-Fürstenhausen produziert?
Aus einer Tonne Bioabfall erhält man etwa 110 bis 125 m3 Biogas mit einem Methangehalt von
ca. 58 %. Der Energiegehalt ist direkt vom Methananteil im Biogas abhängig,
der zwischen 50 bis 65 % liegen kann. Ein Kubikmeter Methan hat einen Energiegehalt von
ca. 10 Kilowattstunden (9,94 kWh).
Liegt der Methangehalt im Biogas z.B. bei 58 %, so beträgt der energetische Nutzen
von 1 m3 Biogas ca. 5,8 KWh. Die entspricht etwa 0,6 ltr. Heizöl.

Eine Tonne Bioabfall hat also einen Energieinhalt von ca. 640 bis 725 kWh.

Legt man eine Inputmenge von 40.000 t/a zu Grunde und rechnet mit einem Wirkungsgrad von
ca. 39 % bei der Verbrennung des Biogases, so ergibt dies eine Stromproduktion von
ca. 9 Mio. kWh/a.
Bei der Stromproduktion wird etwa die gleiche Menge an Wärme erzeugt wovon ca. 5 Mio. kWh/a ausgekoppelt werden können.

Was passiert mit der bestehenden Kompostierungsanlage der Stadt Völklingen?
Der Betrieb der Kompostieranlage der Stadt Völklingen wird weiterhin, ungeachtet von dem Bau der Biogasanlage, fortgeführt. Die Kompostierungsanlage der Stadt Völklingen verwertet ausschließlich Grünschnitt, der bei der Landschafts- und Gartenpflege entsteht.

Was macht eine Kompostierungsanlage?
Die Kompostierungsanlage hat die Aufgabe, biologisch abbaubare organische Abfälle in verwertbaren Kompost umzuwandeln. Für den Kompostierungsprozess, oder besser gesagt für den Abbau der organischen Abfälle, sind in erster Linie Lebewesen verantwortlich.
Wichtig sind hier Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien. Bei der Zersetzung der organischen Abfälle vermehren sich die Mikroorganismen so stark, dass es zu einer Erhitzung im Kompost kommt.
Diese Erhitzung ist für die Vernichtung von Krankheitserregern wie Pilzerkrankungen an Pflanzen oder Solmonellen wichtig. Der Kompost, der hierbei entsteht kann im Zier- oder Nutzgarten eingesetzt werden, er soll die Bodenqualität nachhaltig verbessern.

Die bei dem Abbauprozess freiwerdende Energie kann nicht genutzt werden.
Dies ist nur in einer Biogasanlage (Vergärungsprozess) möglich.

Entstehen noch weitere Produkte bei einer Biogasanlage?
In der Vergärungsanlage für organische Abfälle entstehen Biogas, sowie flüssiger- und fester Gärrest als Endprodukte.

Wofür können die Gärreste verwendet werden?
Der flüssige Gärrest, auch Presswasser genannt, wird zum Anmischen der Abfälle verwendet, bevor sie zur Vergärung in den Fermenter gelangen. Der größte Anteil kann als Flüssigdünger, auch landwirtschaftlich, verwertet werden. Die Verwendung als Flüssigdünger ist an bestimmte Vorgaben wie Ausbringungszeiträume, Düngemittelrecht usw. gebunden.
Der feste Gärrückstand, hat einen hohen organischen Anteil und kann ebenso, wie Kompost, im Garten- und Landschaftsbau und in der Landwirtschaft als Dünger und Bodenverbesserungsmittel verwendet werden.

Was ist im Gärrest enthalten?
Der Gärrest enthält in erster Linie organische Substanzen und Pflanzennährstoffe.
Für eventuell enthaltene Schadstoffe gelten gesetzliche Grenzwerte, die in der Bioabfallverordnung (BioabfV) festgelegt sind. Diese müssen durch Laboranalysen kontrolliert, und dürfen nicht überschritten werden.

Mit welchem Investitionsvolumen ist das Projekt verbunden und wieviele Arbeitsplätze
werden entstehen?

Bei einem Investitionsvolumen von ca. 16-20 Mio. Euro werden ca. 10 bis 15 Arbeitsplätze entstehen.
Die hängt letztendlich von etlichen Details, sowie von der Größe der Anlage ab.


GAV – ein Unternehmen der Stadtwerke Völklingen Holding